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Thromboserisiko der “Pille”
Im April 2011 wurden im BMJ zwei neue Studien zum Thromboserisiko von Drospirenon publiziert:
In der UK-Studie fand sich bei Einnahme von Drospirenon-haltigen Präparaten eine Thrombose-Inzidenz von 23 (95 % CI 13,4 bis 36,9) pro 100.000 Frauen und Jahr, bei Einnahme Levonorgestrel-haltiger Präparate betrug die Inzidenz 9,1 (95 % CI 6,6 bis 12,2). Parkin L, Sharples K, Hernandez RK, Jick SS: Risk of venous thromboembolism in users of oral contraceptives containing drospirenone or levonorgestrel: nested case-control study based on UK General Practice Research Database)
In der USA-Studie betrug die Inzidenz 30,8 (95 % CI 25,6 bis 36,8) auf 100.000 Frauen und Jahr für Drospirenon und 12,5 (95 % CI 9,61 bis 15,9) für Levonorgestrel (Jick SS und Hernandez RK: Risk of non-fatal venous thromboembolism in women using oral contraceptives containing drospirenone compared with women using oral contraceptives containing levonorgestrel: case-control study using United States claims data)
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Im August 2009 waren im BMJ bereits zwei Studien zum Einfluss der Gestagene auf das Thromboserisiko erschienen (Lidegaard et al. 2009; Vlieg et al. 2009). Das niedrigste Thromboserisiko haben danach Levonorgestrel und Norethisteron. Die Thromboserisiken aller Gestagene sind in der nachfolgenden Abbildung dargestellt:
Abb.: Risiko venöser Thrombosen unter Einnahme kombinierter oraler Kontrazeptiva in Abhängigkeit vom Gestagenanteil
(Lidegaard et al. BMJ 2009; 339; b2890)
Weitere Ergebnisse dieser Studie:
- Das Risiko venöser Thrombosen unter Einahme kombinierter oraler Kontrazeptiva sinkt mit abnehmendem Östrogengehalt.
- Reine Gestagenpräparate erhöhen das Risiko venöser Thrombosen nicht.
Informationen des BfArM und PEI zum Thromboserisiko der Pille; Dezember 2011
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Weitere Informationen zum Thromboserisiko der “Pille”
Östrogene in pharmakologischen Dosen steigern die Synthese von Gerinnungsfaktoren. Alle oralen Kontrazeptiva führen daher zu einem Anstieg des Risikos venöser Thrombosen. Das Risiko ist jedoch abhängig von der Menge des enthaltenen Östrogens.
Zu einer Erhöhung des Thromboserisikos kann es weiterhin durch angeborene genetische Besonderheiten (Mutationen) kommen. Die häufigste Mutation ist der Faktor-V-Leiden. Ca. 5 % der Bevölkerung tragen den Faktor auf einem Chromosom (heterozygot), wesentlich seltener findet sich die homozygote Form (beide Chromosomen betroffen).
Das Risiko für venöse Thrombosen bei verschiedenen Populationen geht aus der Tabelle 3 hervor. Varikosis ist nur in sehr exzessiven Fällen ein Risikofaktor.
Tab.3: Risiko und Inzidenz venöser Thrombosen
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Population
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RR = Relatives Risiko
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Inzidenz Fälle auf 100.000 Frauen/Jahr
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Gesamtpopulation junger Frauen
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1
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7,5 - 10
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Schwangere Frauen
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6
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45 - 60
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Frauen unter Einnahme hoch dosierter OH (50 µg EE)
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5
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38 - 50
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OH mit < 50 µg EE + Levonorgestrel
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2
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15 - 20
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OH mit < 50 µg EE + Gestoden, Desogestrel od. Drospirenon
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4
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30 - 40
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Raucherinnen (18 - 39 J)*
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2
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15 - 20
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OH-Einnahme und Rauchen (18 - 39 J)*
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8,8
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66 - 88
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EE = Ethinylestradiol bzw. Äthinylöstradiol
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*Pomp et al. Am J Haematol 2008
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