Hormonsprechstunde Göttingen

Prof. Dr. med. Dr. Bernd Hinney               email    

Empfängnisverhütung

Bei der Wahl einer kontrazeptiven Methode hat die Zuverlässigkeit einen hohen Stellenwert. Die Sicherheit wird üblicherweise als Pearl-Index angegeben. Man versteht darunter die Anzahl eingetretener Schwangerschaften bezogen auf 100 Frauenjahre oder 1.200 Frauenmonate.

In der nachfolgenden Abbildung sind die Pearl-Indizes der verschiedenen Verfahren angegeben.

    Pearl-Indizes verschiedener kontrazeptiver Verfahren.
    Pearl-Index = Schwangerschaften pro 100 Frauenjahre (1200 Anwendungsmonate).
    Je höher der Pearl-Index, desto unsicherer ist das kontrazeptive Verfahren.
    Die Länge der Balken gibt die Schwankungsbreite der jeweiligen Verfahren an. Für das Kondom bedeutet dies z. B., dass die Sicherheit bei perfekter Anwendung recht hoch ist, anderenfalls kann es aber auch häufig zu unerwünschten Schwangerschaften kommen.
    Besonders niedrig ist die Schwankungsbreite bei den hormonellen Depot-Methoden und bei der Sterilisation.

Nicht hormonelle Kontrazeptiva

Unter sogenannten natürlichen Methoden versteht man die Vermeidung einer Konzeption durch Wahl der unfruchtbaren Tage. Als recht unsicher gilt die einfache Zeitwahlmethode (Knaus-Ogino). Sicherer sind Verfahren, bei denen der Ovulationstermin durch Beobachtung des Zervixschleims oder des Östradiol- und LH-Verlaufs bestimmt wird (Natürliche Familienplanung, NFP).

Problematisch ist vor allem die Zeit vor dem Eisprung, da der Termin des Eisprungs häufig nicht exakt genug vorhersehbar ist und da die Spermien im weiblichen Genitaltrakt bis zu 6 Tage beweglich bleiben können. Als sicher gilt die "strenge Temperaturmethode". Bei diesem Verfahren darf ein ungeschützter Verkehr nur im Zeitraum vom 3. Tag nach dem Temperaturanstieg bis zur nächsten Regelblutung stattfinden.

Bei den sonstigen Methoden stehen neben Barrieremethoden (Kondom, Diaphragma) kupferhaltige Intrauterinpessare (IUP) im Vordergrund. Für Patientinnen mit erfülltem Kinderwunsch (Alter > 35 Jahre) kommt auch die Sterilisation durch Verödung der Eileiter in Betracht. Alternativ sollte auch die Sterilisation des Mannes erwogen werden.